Tarifvertrag ig metall bayern weiterbildung

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Deutschland erhält hohe Bewertungen für die Qualität seiner öffentlichen Dienstleistungen. Die Bewertungen für alle gemessenen Dienstleistungen liegen über dem jeweiligen EU28-Durchschnitt. Darüber hinaus haben sich viele der Dienstleistungen in den letzten Jahren verbessert. So ist beispielsweise die wahrgenommene Qualität der Gesundheitsdienste von 6,5 im Jahr 2003 auf 7,3 im Jahr 2016 gestiegen (auf einer Skala von 1–10), verglichen mit dem jeweiligen EU28-Durchschnitt von 6,7. Auch die wahrgenommene Qualität des Bildungssystems ist von 6,5 im Jahr 2003 auf 7,0 im Jahr 2016 gestiegen, während der EU-28-Durchschnitt 2016 bei 6,7 lag. Das staatliche Rentensystem erhält mit 5,3 im Jahr 2016 mit 5,3 die niedrigste Bewertung unter den sieben in der nachstehenden Tabelle aufgeführten öffentlichen Dienstleistungen. Allerdings liegt der Wert 2016 immer noch leicht über dem EU-Durchschnitt von 5,0. Die wahrgenommene Qualität des sozialen Wohnungsbaus ist seit 2011 stabil geblieben (die Veränderung von 6,2 im Jahr 2011 auf 6,0 im Jahr 2016 ist statistisch nicht signifikant und liegt damit über dem EU28-Durchschnitt von 5,6 im Jahr 2016. Das vorherrschende Merkmal der Tarifverhandlungen in Deutschland sind sektorale Tarifverhandlungen, und Vereinbarungen werden in der Regel auf regionaler Ebene abgeschlossen. Nach Erhebungsdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind Vereinbarungen mit einem Arbeitgeber von untergeordneter Bedeutung und ihr Anteil in den letzten Jahren nur leicht gestiegen.

In den Nachkriegsjahren gab der Gesetzgeber als Reaktion auf die NS-Vergangenheit den Behörden eine eher begrenzte Rolle in den Arbeitsbeziehungen. Das Tarifgesetz (TVG) von 1949 garantiert Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und einzelnen Arbeitgebern Autonomie in Tarifverhandlungen. Im Rechtsstreit entscheiden die Arbeitsgerichte über das Recht einer Organisation auf Abschluss eines Tarifvertrags und über die Gültigkeit eines Tarifvertrags. Die Sozialpartner können den Arbeitsminister um eine Verlängerung des Abkommens ersuchen. Tarifverträge können entweder nach dem Tarifvertragsgesetz oder nach dem Entsendegesetz verlängert werden. Im Rahmen des ersten können die Bundes- und die regionalen Arbeitsminister eine Vereinbarung verlängern, wenn die Verlängerung von einem zweiteiligen Lohnausschuss genehmigt wird. Nach dem Entsendegesetz kann der Bundesarbeitsminister auf ein Plädoyer der Tarifpartner reagieren und eine Branchenvereinbarung auf die nationale Ebene ausdehnen. Von 2000 bis 2016 ging die Zahl der verlängerten Verträge von 551 auf 444 zurück. Um dem Trend entgegenzuwirken, hat die vorherige Regierung beide Gesetze geändert, um den Verlängerungsmechanismus zu vereinfachen (Gesetz zur Förderung der Tarifautonomie, siehe oben). Sektorale Vereinbarungen können nun verlängert werden, wenn die Verlängerung « im öffentlichen Interesse » liegt; zuvor mussten sie mindestens 50 % der sektoralen Beschäftigten abdecken, um für eine Verlängerung in Frage zu kommen. Trotzdem ging die Zahl der Neuzugänge 2016 auf 444 zurück.

Es gibt keine anderen freiwilligen Mechanismen der Verlängerung/Anwendung der Tarifbedingungen. Wo es dich gibt, spielt der Betriebsrat eine wichtige Rolle bei der Beilegung von Streitigkeiten, bevor er vor Gericht kommt. Einzelne Arbeitnehmer sowie Betriebsräte und Gewerkschaften haben das Recht, einen Fall vor Gericht zu bringen. Die Gewerkschaften hingegen haben kein Recht, kollektive Forderungen (Verbandsklagerecht) zu vertreten – das richtige Recht zu bekommen, ist eine seit langem bestehende Gewerkschaftsforderung. Nach Artikel 4 des Tarifvertragsgesetzes bleiben Tarifverträge bis zum Abschluss eines neuen Tarifvertrags gültig. Arbeitnehmer, die nach Beendigung des Tarifvertrags und vor der Beilegung eines neuen Tarifvertrags eingestellt wurden, fallen nicht unter den ausgelaufenen Tarifvertrag. Laut WSI Collective Bargaining Archive stiegen die kollektiv vereinbarten Löhne 2018 um 3% gegenüber einem Anstieg von 2,4% im Jahr 2017.